Psychologische Situation
Es ist sicher nicht möglich, gerade Ihre persönliche Situation zu erfassen und zu beurteilen, wie Sie mit den Umständen der Donogenen Insemination umgehen. Letztlich kann Ihnen auch eine eigene, selbstbewusste Entscheidung nicht abgenommen werden. Es ist aber sicher hilfreich, Ihnen aus unserer vieljährigen Erfahrung zu berichten:
Theoretisch ist die psychologische Ausgangssituation der Paare vor der Donogenen Inseminations-Behandlung eher problematisch.
Die Männer haben ihre Unfruchtbarkeit schockartig erfahren und sich mit dieser Tatsache auseinandersetzen müssen. Sie haben eventuell Schuld und Wertlosigkeit empfunden, vielleicht Angst um die Partnerschaft und vor der gnadenlosen Öffentlichkeit. Sie haben Ihre Situation unter Schmerzen verarbeiten müssen und fürchten sich – vor der Entscheidung zur Donogenen Insemination - was dann vielleicht noch auf sie zukommt.
Ihre Frauen haben ebenfalls ein traumatisches Erlebnisspektrum hinter sich: Die Erkenntnis der männlichen Unfruchtbarkeit und die drohende Kinderlosigkeit, die partnerschaftliche Auseinandersetzung, die diversen Eingriffe in ihren Hormonhaushalt und Körper im Rahmen einer vorangegangenen homologen Sterilitätsbehandlung.
Trotzdem zeigen unsere und andere wissenschaftliche Untersuchungen über die Akzeptanz der Methode und den späteren familiären Zusammenhalt ein überraschend positives Bild: Die Zeit der Inseminationsbehandlung wird als spannend und perspektivisch beschrieben. Der Einfluss auf Ehe und Partnerschaft ist deutlich positiv. Es kommt seltener zu Ehescheidungen und die aus der Behandlung entstehenden Kinder werden von beiden Partnern gleich geliebt und akzeptiert. Der Prozentsatz der Paare, die dieselbe Methode wieder wählen würden, ist hoch. Die Frage der späteren Aufklärung der gezeugten Kinder stellt sich mit den gemeinsamen Lebensjahren immer weniger, weil die Kinder einfach als eigene Kinder empfunden werden.
Trotzdem raten einige Personen, den Kindern ihre Entstehungsweise zu offenbaren. Im Gegensatz hierzu tendieren wir zu dem Rat, den Kindern ihre Herkunft zu verschweigen und meinen, hierfür wichtige Argumente zu haben:
- Jedes betroffene Paar hat nur das eine Ziel, möglichst schnell eine möglichst ‚normale’ Familie zu werden. Mit – sicher gutgemeintem - Aufklärungseifer würden Sie diese Chance leichtfertig verspielen. Sie würden –ohne durch irgendeine Notwendigkeit dazu gezwungen zu sein- in Ihre Familie eine Sprengladung legen, von der Sie nicht wissen, ob und wann sie einmal hochgeht und wen sie trifft.
- Liebende und wohlmeinende Eltern trachten unablässig danach, ihre Kinder zu schützen und vor möglichst viel Unbill des Lebens zu bewahren. In diesem Sinn ist die sogenannte ‚Lebenslüge’, also das Verschweigen der Herkunft, keine Lüge, sondern nur eine berechtigte Maßnahme, der Familie Zusammenhalt und Lebensglück zu sichern.
- Vaterschaft ist vor allem soziale Vaterschaft - ein Kind wünschen aus der Liebe zur Partnerin, Geburt und Heranwachsen des Kindes erleben und es mit väterlicher Liebe, Sorge und Verantwortung zu umgeben. Die genetische Vaterschaft (Stichwort: ’Das Bisschen anonyme Spermien’) erscheint uns hier als weniger wertig und es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass sie an Bedeutung gewinnen kann.
Mit der psychologischen Situation während und nach der Donogenen Insemination haben sich in Deutschland zahlreiche Autoren beschäftigt und sind dabei – wie nicht anders zu erwarten - durchaus unterschiedlicher Meinung: Momentane juristische Situation
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